3 Länder ohne Reputation, in denen Du nicht offshore gehen solltest

Offshore ist für viele Leute immer noch mit Mythen behaftet. Die einen nennen es illegal, immoralisch und kriminell, die anderen verstehen fälschlicherweise nur Steuerflucht und Geldwäsche darunter. Dabei gibt es legitime Gründe sowohl für Offshore-Konten als auch Offshore-Unternehmen.

Die Mythen werden jedoch nicht weniger, weil das ganze Thema etwas unüberschaubar ist. Gesetzgebungen können sich teils sehr schnell ändern – was die Internet-Recherche nicht einfacher macht. Sucht man nach Offshore-Optionen, findet man tausende Angebote, die besser klingen als sie sind. Unter einigen legitimen Anbietern gibt es viele Schwarze Schafe, die dem Offshore-Geschäft einen schlechten Namen verpasst haben.

 

Dort wird mit unglaublich günstigen Zweitpässen geworben, die garantiert nicht auf legalem Wege erworben wurde.

 

Das aber bedeutet, dass der Benutzer dieser, wenn er auffliegt, in arge Probleme kommen kann. Legalität im Offshore-Business ist keine moralische Frage – legal sollte man bleiben um negative Konsequenzen für sich zu vermeiden. Offshore ist schließlich darauf aus die Freiheit des Einzelnen zu maximieren – und nicht aus Geldgier die Wurzeln von Unfreiheit in Gestalt von Gefängnisaufenthalten und Schlimmeres zu säen.

 

Quantität an Offshore-Information ist nicht Qualität

 

Das gesagt sind viele Informationen im Internet weder von schlechter Absicht noch Kriminalität geprägt – sondern von mangelnder Recherche. Was 2013 im Ofshore-Bereich passierte, ist in vielen Fällen mittlerweile vollkommen unterschiedlich. Je weiter Du die Zeitachse zurückspringst, desto weniger wirst Du Dich auf die bereitgestellten Informationen verlassen können.

Das gilt auch für den Staatenlos-Blog. Selbst eine Woche später können sich Informationen schon geändert haben. Die Offshore-Welt ist schnell-lebig und erfordert Eigenverantwortung.

 

Wer ein Rundum-Sorglos-Paket erwartet, sollte lieber gleich im Wohlfühlstaat Deutschland bleiben.

 

Da so viel Fehlinformation im Internet herumschwebt, möchte Staatenlos ab und an einige Dinge klarifizieren. Heute beschäftigen wir uns mit Jurisdiktionen für Offshore-Unternehmen, von denen Du die Finger lassen solltest. Die Staaten bieten Offshore-Dienstleistungen, doch sind sie alles andere als empfehlenswert. Staatenlos erzählt Dir warum.

 

Was willst Du mit einem Offshore-Unternehmen erreichen?

 

Wenn Du ein Offshore-Unternehmen gründest, verfolgst Du ein gewisses Ziel damit. Dieses Ziel ist je nach Unternehmung verschieden und hängt von den Hintergründen der Unternehmung ab. Deshalb solltest Du genau hinterfragen, wenn Leute Dir eine Komplettlösung mit nur einem Land offerieren. Ein Land alleine kann zwar alles bieten, wird es höchstwahrscheinlich aber nicht. Je nach Deinen Intentionen macht es viel mehr Sinn sich im Offshore-Bereich zu diversifizieren.

 

Alles andere ist entweder Desinformation oder beruht auf Eigeninteressen durch Affiliate-Programme und sonstiges.

 

Es muss letztlich darauf ankommen, was Deine Unternehmung braucht. Brauchst Du ein Händlerkonto mit hoher Qualität, das sich einfach mit vielen E-Commerce-Applikationen verbinden lässt, bist Du in vielen kleinen Inselstaaten im Nachteil. Diese sind in diesem Bereich einfach nicht so fortgeschritten wie große Finanz-Zentren wie Singapur oder Hong Kong. Auf der anderen Seite kommen in diesen großen Finanz-Zentren Buchhaltungs- und Prüfungs-Pflichten hinzu, denen man als kleines Unternehmen lieber entgehen möchte und wegen des Zeit- und Kostenaufwandes wohl auch sollte.

Wenn Du Dir klar gemacht hast, warum Du ein Offshore-Unternehmen willst, kannst Du auch einfacher beantworten ob Du ernst genommen werden willst. Als Digitaler Nomade kannst Du problemlos ein Unternehmen auf den Seychellen registrieren und von Steuerfreiheit, Bankgeheimnis und keinerlei Buchhaltungspflichten profitieren. Deine Reputation – der Ort Deines Unternehmenssitzes interessiert vermutlich keinen Deiner Leser (höchstens die Steuerfahnder). Als größeres Unternehmen, das in der weiteren Öffentlichkeit steht und mit anderen Unternehmen transagiert, ist die ganze Sache etwas verzwickter. Reputation kann hier wettbewerbs-entscheidend sein. Statt mit lauter „unseriösen“ Briefkastenfirmen auf abgelegenen Inseln in einen Topf geworfen zu werden, entscheidet man sich doch dann besser für respektable Offshore-Finanz-Zentren, die der Normalbürger gar nicht mit offshore in Verbindung bringen würde.

Im Folgenden seien 3 Länder vorgestellt, die Du in Hinblick auf Reputation besser meiden solltest für Offshore. Dies sind Niue, Gambia und Liberia.

 

Länder ohne Reputation offshore

 

1. Offshore-Unternehmen in Niue

 

Auf dem ersten Blick hört sich alles so toll an. Niue ist ein winziger Felsen im Pazifik (siehe Titelbild), der unter neuseeländischer Sonderverwaltung steht. Britisches Common Law sorgt für Rechtsstaatlichkeit, IBCs haben kaum Anforderungen und Gebühren sind mit 150$ im Jahr sehr niedrig. Durch die Abhängigkeit von Neuseeland ist das abgeschiedene Land zudem sehr stabil.

Auf dem zweiten Blick offenbaren sich aber Schwächen. Es ist einfach nicht glaubwürdig auf Niue ein Unternehmen zu registrieren. Schließlich ist Niue ein Land, von dem Du mit relativ großer Wahrscheinlichkeit vermutlich selbst noch nie gehört hast. „Niue? Was?“ wird wohl die einhellige Antwort sein, wenn du mit einem dort registrierten Unternehmen Geschäfte weltweit tätigen willst. Hinzu kommt die totale Abhängigkeit von Neuseeland – ohne Entwicklungshilfe könnte das Land nicht überleben. Das macht das Land anfällig für Interventionen eines leider längst nicht mehr wirklich freien Neuseelands. So bleibt Niue ein Ort, an dem man besser kein Offshore-Unternehmen aufsetzt. Karibik-Inseln oder Staaten wie Seychellen und Mauritius sind zumindest einer größeren Öffentlichkeit bekannt, meist für den Tourismus. Niue vermutlich ist eines der unbekanntesten Nationen der Welt.

 

2. Offshore-Unternehmen in Gambia

 

Das winzigste Land Afrikas ist komplett vom Senegal umgeben. Es heißt Gambia, ist politisch stabil (in einer sehr instabilen Region) aber korrupt. Als Einnahmequelle entschied sich das Land sich für Offshore-Dienstleistungen zu öffnen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Je mehr Steuer-Paradiese es gibt, desto besser.

Doch Gambia ist einfach kein respektabler Platz für ein Offshore-Unternehmen. Selbst Digitale Nomaden, die etwa einen Kredit aufnehmen möchten, werden harte Gespräche mit Bankern erwarten müssen, wenn diese erfahren, dass das Unternehmen in einem winzigen afrikanischen Land sitzt, von dem sie selbst vermutlich auch noch nie gehört haben. Da mögen geringe Anforderungen und fast keine Gebühren noch so verlockend wirken – es lohnt sich allemal 200$ mehr zu investieren und ein deutlich respektableres Unternehmen zu registrieren.

 

3. Offshore-Unternehmen in Liberia

 

Liberia ist ein weiteres kleines Land in Westafrika, das momentan jedoch eher wegen Ebola denn für Offshore-Unternehmen bekannt ist. Liberia kann für Dich interessant sein, wenn Du Deine eigene Jacht besitzt. Unter liberianischer Flagge fahren täglich tausende Schiffe über die Weltmeere. Dies liegt an Fast-Steuerfreiheit und den Vorteilen einer Jurisdiktion, in der Dich mit Sicherheit keiner traut zu verklagen.

Für andere Geschäfte als Schiffe ist das nicht so freie Liberia jedoch nicht zu empfehlen. Wenige Dinge machen schnell stutzig. Etwa, dass :Liberia sein Unternehmensverzeichnis ausgerechnet in die USA outgesourct hat. Datenschutz lässt sich also nicht gerade erwarten. Oder noch besser bzw. schlechter: Liberia unterhält immer noch ein Steuerabkommen mit Westdeutschland (als BRD vor 1990). All das lässt vermuten, dass Liberia alles andere als ein professionell geführtes Land für Offshore-Dienstleistungen ist. Besser lässt Du also die Finger davon und weiteren Länder ohne Reputation – es gibt schließlich genug andere Möglichkeiten, die in den nächsten Wochen weiter beleuchtet werden.

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