Der Fall Boris Becker: Der Schlüssel zur Steuerhinterziehung

Im letzten Artikel hatten wir bereits ein Beispiel eines Prominenten, wie man nicht offshore gehen sollte. US-Rapper Snoop Dog wurden am Wochenende vom italienischen Zoll 211.000€ geraubt, weil er die doppelte Summe bei der Einreise in die EU nicht deklarierte.

Auch andere Prominente stolpern regelmäßig wenn es darum geht, ihr beträchtliches Vermögen in Sicherheit zu bringen. Manche – wie etwa Uli Hoeneß trifft es hart mit dem Gefängnis. Andere – wie Boris Becker – kommen auf Bewährung davon.

Steuerhinterziehung ist nicht ratsam – ganz gleich ob sie bewusst oder unbewusst geschieht. Damit Du zumindest nicht unbewusst die gleichen Fehler wie Prominente begehst, beschäftigen wir uns im heutigen Artikel mit dem Fall Boris Becker. Obwohl er mit einem blauen Auge davonkam, musste er etliche Jahre Stress während eines sich hinziehenden Gerichtsverfahrens erdulden. Freiheit ist das sicherlich nicht. Der Titel dieses Artikels ist bewusst doppeldeutig:

 

Wenn Du eine Anleitung zur Steuerhinterziehung suchst, muss ich Dich enttäuschen. Stattdessen erfährst Du, wie Du Dich vom Vorwurf der Steuerhinterziehung schützen kannst. Schlüssel spielen dabei eine nicht unbedeutende Rolle.

 

Warum Du kein Promi werden möchtest

 

„Böse Buben beobachten Boris Becker beim Baden“ hieß eine Alliteration, die ich in der Grundschule lernte.

 

Diese bringt gut auf dem Punkt, was Prominente und Normalbürger unterscheidet: der Blick der Öffentlichkeit richtet sich hauptsächlich auf die Prominenz. Gerade ein damals gefeierter Tennis-Star wie Boris Becker stand im täglichen Rampenlicht und wurde mutmaßlich von einigen Paparazzis rund um die Uhr umschwärmt.

Alle anderen – selbst wenn man größere Unternehmen oder ein generell erfolgreiches Leben führt – stehen sehr viel weniger unter Beobachtung. Der Staat überwacht uns alle – aber die Medien überwachen die Prominenz zusätzlich. Klatsch-Zeitungen berichten über jedes Detail aus ihren Leben – und sehr viele Leute scheinen diese geradezu in sich aufzusaugen. Staatenlos empfiehlt an dieser Stelle das Lesen guter Sachbücher. Dann ist man nämlich auf gutem Weg ein ähnliches Leben in Saus und Braus wie Boris zu führen statt lebenslang nur davon zu träumen. Ohne unter Dauerbeobachtung zu stehen.

Denn die Fehler Boris Beckers hätten nur unwahrscheinlich zu einer Anklage geführt wäre er nicht prominent.

 

Während die Öffentlichkeit regelmäßig über angebliche Sonderbehandlung von Promis aufschreit, vergisst sie, dass in Wirklichkeit meist Normalbürger gar nicht erst für kleinere Verstöße belangt werden, weil sie nicht unter öffentlicher Beobachtung stehen.

 

Promi sein kann also auch ein Fluch sein – hohe Vermögen gehen oft mit hohen Kosten einher. Das sagte Becker auch selbst treffend in einem Interview:

 

„Wäre ich nicht so berühmt und reich geworden, hätte sich das Finanzamt kaum so für mich interessiert.“

 

Allen Staatenlos-Lesern, die sich noch nach einer Karriere als Fussballer, Schauspieler oder Musik-Star sehen, würde ich daher eher den diskreteren Weg einer eigenen Unternehmung nahe legen. Mehr Zeit und mehr Spaß sind meistens garantiert – auch wenn man vielleicht nicht die Summen an Geld erreichen mag, die Boris Becker auf seinem Offshore-Konto hat. Doch materieller Reichtum war gestern – die „Neuen Reichen“ wissen um den viel wichtigeren Faktor Zeit.

 

Was Boris Becker richtig gemacht hat

 

Doch Prominenz hin oder her – die konkrete Handlung Beckers hätte jeder ungeachtet seiner sozialen Stellung durchführen können. Schauen wir uns daher zuerst an, was Boris Becker richtig gemacht hat. Dabei gilt zu beachten, dass das damalige Schlupfloch mittlerweile gestopft sein sollte – und die niederländischen Antillen mittlerweile mit Aruba, Curacao und Sint Maarten drei autonome Nationen hervorgebracht haben.

Boris Becker hatte damals einen geschäftstüchtigen Manager namens Ion Tiriac, der ihn von 1984 bis 1993 betreute. Tiriac – selbst in den 70ern erfolgreicher Tennis-Profi, aber viel unbekannter und weniger in der Öffentlichkeit als Becker – hat jenen übrigens längst finanziell überholt. Er ist Milliardär und gilt als reichster Mann Rumäniens durch viele verschiedene Unternehmungen.

Boris Beckers Millionen aus Tennis und Werbung flossen so nicht an ihn selbst, sondern an die Firma seines Managers, die in den Niederlanden saß und Boris unter Vertrag hatte. Natürlich war diese Gesellschaft selbst nur eine Tochtergesellschaft. Die Muttergesellschaft saß fernab in der Karibik auf den niederländischen Antillen in Curacao.

Eine Besonderheit im holländischen Steuergesetz erlaubte es, dass die Gewinne von der Tochergesellschaft steuerfrei an die Muttergesellschaft in Curacao ausgezahlt werden konnten. Curacao war und ist nicht steuerfrei – mit einem Satz von damals 2,4% Steuer konnte Boris aber sicher sehr gut leben. Nämlich im kleinen Fürstentum Monaco – zumindest offiziell…

Schlupflöcher ähnlich wie diese gibt es heute immer noch. Fast alle großen Konzerne der Welt wenden sie regelmäßig an, wie ich in einem anderen Artikel bereits schilderte. Und auch Du kannst und solltest Dich ihrer völlig legal bedienen!

 

Dabei solltest Du aber nicht den Fehler begehen, der Boris Becker zum Verhängnis wurde.

 

Was Boris Becker falsch gemacht hat

 

Am Ende wurde Boris Becker wegen Steuerhinterziehung von rund 1,7 Millionen Euro zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer üppigen Geldstrafe von 500.000€ verurteilt. Das war 2002 – seinen Fehler beging er bereits in den Jahren 1991 bis 1993.

Wie erwähnt lebte Boris offiziell in Monaco. Wie viele „Reiche und Schöne“ (wobei diese Attribute diskutabel sind) schien er das Leben an der Cote de Azur zu genießen und vom „Steuerparadies“ Monaco (übrigens ein Mythos, den Staatenlos bald wiederlegt) zu profitieren. Wäre das denn die Realität gewesen…

 

Denn Boris Becker schien Heimweh nach Deutschland gehabt zu haben. Statt sonnigem Mittelmeer zog er das kalte München vor. Alles kein Problem, hätte er sich an die kleinen Details der 183-Tage-Regelung gehalten.

 

Sicher, er war weniger als ein halbes Jahr pro Jahr in München. Er hatte weder eine eigene Wohnung noch bezog er wieder sein Elternhaus (was für kurze Zeit kein Problem darstellen würde). Boris Becker machte einen anderen Fehler, mit dem ihm München als Lebensmittelpunkt zugerechnet wurde. Und laut deutschem Gesetz ist man dort steuerpflichtig, wo sich der Lebensmittelpunkt befindet.

Offiziell mag das für Boris Monaco gewesen sein. Dort gibt es keine Kapitalertragssteuern oder Steuern auf ausländisches Vermögen – Becker versteuerte also nur lächerliche 2,4% auf Curacao. Doch zwischen 1991 und 1993 wurde er in Deutschland wieder steuerpflichtig.

Boris Becker hatte nämlich einen Schlüssel zur Mietwohnung, die auf dem Namen seiner Schwester lief. Im Prozess gab er letztlich zu über 2 Jahre hinweg in einer „spartanisch eingerichteten“, aber doch recht großen 203 qm Wohnung in München-Bogenhausen gelebt zu haben. Obwohl nicht auf seinen Namen, hatte er mittels eines Schlüssels Zutrittsgewalt und konnte gehen wann und wie er wollte. Das qualifizierte ihn als steuerpflichtig in Deutschland. Sein „Schlüssel zur Steuerhinterziehung“ war tatsächlich ein einfacher Schlüssel…

 

Welche Lehren Du aus dem Fall Boris Becker ziehen kannst

 

Dieses kleine Detail der 183-Tage-Regelung solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen. Bereits ein Schlüssel zu einem Zimmer in einer Privatwohnung (Hotels sind ausgenommen) wird von der Staatsanwaltschaft mit Sicherheit als faktischer Lebensmittelpunkt interpretiert. Kommen dann noch Strafmandate auf deutschen Territorium, Kreditkartenkäufe oder andere verdächtige Transaktionen hinzu, ist der Fall schnell klar. Wo sich Dein Lebensmittelpunkt befindet maßt sich letztlich der Staat an zu entscheiden – ganz gleich wie Du das siehst!

 

Wenn Du im Ausland lebst, in Deutschland nicht steuerpflichtig bist, aber trotzdem gern ab und an auf Heimatbesuch kommst, solltest Du trotzdem nicht in Paranoia ausbrechen und etwaige Schlüssel wegwerfen.

 

Wie eingangs erwähnt besteht ein großer Unterschied in unserer Überwachung. Als Staatenlos-Leser gehörst Du nämlich nicht zur Prominenz (falls doch bitte ich um ein Autogramm). Du stehst wenig im Rampenlicht der Öffentlichkeit, auch wenn ab und an mal ein Zeitungsartikel über Dich erscheinen mag. Du hast wenig zu befürchten, dass solch ein Schlüssel jemals gefunden wird – oder gar überhaupt der Verdacht aufkommt.

Wichtig ist letztlich, dass Du bescheiden sein solltest, wenn Du die Heimat besuchst.

 

Bei einem Finanzamts-Termin solltest Du eben auch besser mit einem Popel-Opel statt einem Ferrari vorfahren.

 

Gleiches gilt für Dein weiteres Leben beim Heimatbesuch. Hänge es nicht an die große Glocke und meide daheim zu viel über Dein steuerfreies Leben zu plappern. Den größten Erfolg melden viele Steuerfahnder immer noch nach „anonymen“ Hinweisen. Gerade Deutschland ist eine Neidgesellschaft. Da kann man nur sagen: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“

Doch Denunzianten wird es immer geben – mach es ihnen nicht zu einfach. Generell hast Du nichts zu befürchten, wenn Du als abgemeldeter nicht steuerpflichtiger Deutscher Deutschland wieder besuchst. Du solltest nur um die Fallen wissen, aus denen der Staat Dir allzu gerne einen Strick drehen würde, falls er darauf aufmerksam werden würde. Schlüsselbesitz kann bereits dazu gehören. Letztlich musst Du glaubhaft machen, dass Deutschland nicht Dein Lebensmittelpunkt ist. Dafür gibt es viele Methoden, die wir uns ein anderes Mal ansehen werden.

 

Mach es ruhig wie Boris Becker und wende legale Steuer-Tricks an. Aber falls Dich das Heimweh packt, sei besonders vorsichtig und werde ja nicht wieder steuerpflichtig!

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