Warum eine Delaware C-Corp über Stripe Atlas überbewertet ist

Staatenlos bewegt sich in vielerlei verschiedenen Kreisen. Immer wieder erstaunt es mich aber, wie schlechte Lösungen für Digitale Nomaden unglaublich gehypt werden. Dabei gibt es nicht nur bessere Alternativen – man kann sich die gleiche Lösung auch einfach selber organisieren. Wie etwa der Hype beim Angebot Stripe Atlas des gleichnamigen Zahlungsdienstleisters.

Stripe Atlas soll es Online-Unternehmern ermöglichen unkompliziert eine Firma in den USA anzumelden, ein Bankkonto zu bekommen und über Stripe den Online-Zahlungsverkehr abzuwickeln. Das alles geschieht zu einem auf den ersten Blick durchaus attraktiven Preis von nur 500$, wobei das Programm in der Anfangszeit erst einmal auf nur sehr wenige Organisationen beschränkt ist.

Was sich in der Theorie gut anhört, ist in der Praxis jedoch weitaus weniger reizvoll als vormals angenommen. Die Schwächen des Stripe Atlas-Programm möchte ich mir in diesem Artikel vornehmen.

 

Revolutionäres sieht nun wirklich anders aus. Stripe selbst als Zahlungsdienstleister war deutlich revolutionärer als sein Atlas-Programm.

 

Klar sollte deshalb sein, dass ich nichts gegen Stripe an sich habe. Die Firma ist ein guter, wichtiger Zahlungsdienstleister und dringend nötige Konkurrenz zu Giganten wie Paypal. Mit ihrem Stripe Atlas-Programm können sie mich aber nicht so wirklich ködern. Gleichzeitig kann das Programm für eine eng definierte Gruppe von Unternehmern -Digitale Nomaden zählen nicht dazu – durchaus reizvoll sein. Warum erzähle ich in den folgenden Absätzen.

 

Was kann Stripe Atlas?

Stripe Atlas soll eine Möglichkeit bieten, ein Internet-Unternehmen von überall aus zu starten. So kann über Stripe Atlas eine Corporation in den USA gegründet und ein mit Stripe verknüpftes Konto eröffnet werden. Stripe übernimmt dabei die Gründung der Gesellschaft in Delaware und hilft bei der Konten-Eröffnung.

Das hervorstechendste Merkmal von Stripe Atlas ist die Möglichkeit ein Konto bei der Sillicon Valley Bank aus der Ferne zu eröffnen. So ist eine Remote-Eröffnung in den Vereinigten Staaten in der Regel nicht möglich, persönliche Anwesenheit die Voraussetzung.

Hinzu kommt, dass das Konto direkt mit Stripe verknüpft wird, was Bewerbungsaufwand bei solchen Zahlungsdienstleistern erspart.

 

Für Stripe ist dies vermutlich auch der Hauptaugenmerk hinter dem Atlas-Programm – Neukunden zu gewinnen. Schließlich ist Paypal in der Gunst vieler Unternehmer immer noch vorne.

 

Neben Unternehmen, Konto und Zahlungsabwicklung verspricht Stripe Atlas auch noch Beratung in Steuerfragen. Gerade wenn es um Steuern in den USA – um Kontakt mit der IRS geht – ist dies auch durchaus zu empfehlen. Wo jedoch mit großen Namen wie Orrick und Pwc hantiert wird, ist am Ende wenig drin. Bekommen tut man einen Ratgeber zu rechtlichen und Steuerfragen, die man zuhauf überall im Internet selbst finden kann. Ein einmaliges kurzes Expertengespräch scheint inkludiert zu sein, dies ist aber auf absolute Basics beschränkt. Wer tiefere Beratung wünscht, der muss tief in die Tasche greifen um die hoch bezahlten Berater von Pwc zu engagieren. Staatenlose Beratung kostet da gar nichts im Vergleich.

Alles in allem kann es dennoch eine gute Komplettlösung für eine spezifische Gruppe von Unternehmer sein. Der Preis von 500$ ist relativ fair, auch wenn sich eine Simulation des Angebots in günstigeren Preisen niederschlagen würde. Bevor wir dazu kommen, müssen wir uns jedoch erst noch genauer mit dem Unternehmen in Delaware und den verbundenen Konten beschäftigen.

 

Warum Delaware?

Atlas Stripe ist momentan noch auf einen Typ von Unternehmensgründung beschränkt. Zwar sind laut Angaben auf der Webseite weitere Jurisdiktionen geplant, doch noch muss man sich mit einer C-Corporation in Delaware zufrieden geben.

 

Doch ist Delaware der beste Staat zur Unternehmensgründung? Und eine C-Corporation überhaupt die geeignete Rechtsform?

 

Stripe Atlas wählt Delaware als Gründungsstaat mit guten Gründen. Delaware ist die wohl bekannteste Steueroase Amerikas und Sitz von über 60% der Fortune 500 Companies. Dies liegt neben Steuervorteilen vor allem an der extensiven Historie von Delaware im Unternehmensrecht und einem Sondergericht (Court of Chancery). Da stets auf sehr viele Präzedenzfälle zurückgegriffen werden kann, besteht für Gründer hier eine erhöhte Rechtssicherheit in vielen Fragen. Besonders wertvoll ist Delaware daher für Startups, die mittelfristig einen Börsengang anstreben. So ist es in Delaware möglich die eigenen Mitarbeiter am Unternehmen zu beteiligen als auch sehr einfach globale Investoren zu gewinnen. Einher geht dies allerdings mit sehr hohen Stundensätzen für Rechtsberatung und -vertretung, die in anderen US-Bundesstaaten nur einen Bruchteil davon betragen können.

Auch in anderer Hinsicht hat Delaware innerhalb der USA Konkurrenten für den Unternehmenssitz. Zu nennen sind dabei insbesondere Wyoming und New Mexico. Gerade Wyoming, der Bundestaat aus dem Staatenlos selbst seine Limited Liability Company führt, ist Delaware in vielerlei Hinsicht überlegen. Dies schlägt sich insbesondere in niedrigeren Kosten, höherer Flexibilität und erhöhter Anonymität nieder.

Unerheblich sind die Körperschaftssteuern, die Delaware auf Bundesebene erhebt. Diese greift nämlich nur auf Geschäfte innerhalb von Delaware selbst, nicht auf globale Internet-Unternehmen. Auch die Franchise Tax in Delaware ist für kleinere Unternehmer und Digitale Nomaden unerheblich. Bei der Franchise Tax wird jährlich ein Bruchteil des Firmenvermögens an den Bundesstaat abgeführt, maximal jedoch 180.000$. Als Hauptsitz etlicher börsen-notierter Unternehmen lohnt sich dies für Delaware selbst natürlich richtig. Trotzdem kommen mit einem Mindeststeuersatz von 175$ gewisse jährliche Kosten hinzu, die man sich in Wyoming völlig spart.

Einsparungen gibt es auch bei den jährlichen Gebühren, die mit 50$ in Wyoming den 300$ in Delaware deutlich überlegen sind.

 

Zieht man dann noch in Betracht, dass Wyoming keine Lizenzgebühren erhebt, keine Beteiligungszertifikate benötigt und günstigere Kosten für Registrierte Agenten hat, so ergibt sich ein klarer Kostenvorteil für die Gründung in Wyoming statt Delaware.

 

Auch die größere Privatsphäre kann für Wyoming sprechen. Dies gilt insbesondere für Limited Liability Companies, weil C-Corporations nach einem Jahr ihren Annual Return mit Kontaktdaten der Direktoren abgeben müssen. Trotzdem gibt es in Wyoming kein öffentlich durchsuchbares Register, was ein klarer Vorteil sein kann.

Zusammengefasst sprechen also vor allem die Kosten gegen den Standort Delaware. Diese sind allerdings für jedes ambitionierte Start-Up-Unternehmen unerheblich, das in Delaware von besseren Rechtsbedingungen profitiert, sofern es groß zu werden denkt. Und genau das ist schließlich das Ziel der meisten Internet- und Technologie-Start-Ups.

Für Digitale Nomaden und kleine Unternehmer ist ein Börsengang hingegen nicht interessant und ein paar Hundert Euro gerade in der Anfangszeit durchaus ein Unterschied. Für sie scheint daher eine Firmengründung in Wyoming die bessere Wahl zu sein.

 

Warum eine C-Corporation?

Gleich ob Delaware oder Wyoming – noch viel bedeutender ist die Rechtsform, die man bei Gründung über Stripe Atlas bekommt. Dabei handelt es sich um eine C-Corporation, die sich in einigen wichtigen Aspekten von der typischen LLC entscheidet, die das am meisten nachgefragte Gründungsvehikel in meiner Beratungspraxis ist.

Eine Corporation lässt sich mit einer deutschen Kapitalgesellschaft, eine Limited Liability Company mit einer deutschen Kommanditgesellschaft vergleichen. Beide sind beschränkt haftend, steuerrechtlich wird eine LLC jedoch nicht als Unternehmen, sondern als Partnerschaft betrachtet. Das heißt, dass eine LLC als sogenanntes „pass-through“-Unternehmen nicht auf Körperschaftsebene steuerpflichtig wird. Es ist steuertransparent, das heißt die Gesellschafter werden entsprechend ihrer Beteiligung am Ort ihrer Steuerpflicht mit Einkommenssteuer belegt. Für Perpetual Traveler und andere Steuerfreie bieten sie daher eine gute Lösung gar keine Steuern zahlen zu müssen. Dies geschieht unter der Bedingung, dass keinerlei Gewinne in den Vereinigten Staaten erwirtschaftet werden. Die LLC braucht dann keine Steuernummer (EIN) und gilt als „Disregarded Entity“ für Steuerzwecke. Selbst Buchhaltung fällt keine an, solange die Umsätze außerhalb der USA erwirtschaftet werden.

Für größere Projekte ist eine US-LLC jedoch problematisch. Eignet sie sich als Übergangslösung wegen minimaler Kosten bei maximalen Vorteilen für fast alle Selbstständige und Online-Unternehmer, so ist langfristig die Problematik der Konten-Eröffnung ein echtes Problem. Dank Offshore-Vermeidungsgesetzen wie den Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) wollen Banken weltweit kaum mehr mit US-Personen – und dazu gehören auch rein von nicht ansässigen Ausländern geführte LLCs – zu tun haben. Demnach ist es für eine LLC fast unmöglich außerhalb der USA ein Geschäftskonto zu eröffnen. Erst ab hohen Umsätzen (ca. 200.000$) oder Einlagen (50.000$) ist es den meisten Banken den Mehraufwand am zusätzlichen Reporting wert eine Eröffnung in Betracht zu ziehen. Nachdem FATCA mittlerweile ein paar Jahre Realität ist, beginnen sich die Banken jedoch darauf einzustellen und wieder offener zu werden. Bis auch kleinere LLCs eine Chance bekommen wird jedoch noch gewisse Zeit vergehen.

Und warum kein Konto in den USA? Auch das wird von einer LLC schwierig zu bekommen sein, sofern es sich um eine reine Briefkastengesellschaft handelt. US-Banken benötigen eine Steuernummer (EIN) und verlangen meist den Nachweis wirtschaftlicher Aktivität in den USA. Das bedeutet für die LLC aber wiederum Steuerpflicht auf US-Gewinne (30%) und Buchhaltung auf die gesamten weltweiten Einnahmen. Auch setzen Banken persönliche Anwesenheit voraus, was eine Einreise in die USA unerlässlich macht.

Daher macht eine US-LLC für Nicht-Residenten nur solange Sinn, wie der Zahlungsverkehr des Unternehmens über Privatkonten oder alternative Methoden wie Bitcoin, Paypal oder eben Stripe abgewickelt werden kann. Wobei eine Auszahlung von Paypal oder Stripe ohne entsprechendes US-Konto wiederum schwierig sein kann. Hier könnte ein US-Privatkonto eine Lösung sein, an das man mit kleinen Tricks recht gut gelangen kann (mehr dazu in Kürze).

Doch zurück zur C-Corporation, die Du über Stripe Atlas gründen könntest. Für diese gelten die erläuterten Probleme von LLCs mit Konten nämlich nicht. Gleichzeitig fallen aber auch sämtliche Vorteile weg, die die LLC erst so interessant machen. So muss man seine Weltumsätze in der USA körperschaftsversteuern, unterliegt strengen Buchhaltungsvorschriften und geringerer unternehmerischer Flexibilität. Da man jedoch in den USA Steuern abführt und entsprechend eine Steuernummer hat, ist die Eröffnung eines entsprechenden Geschäftskontos für eine C-Corporation auch für Ausländer kein Problem.

Gerade damit fällt aber das Hauptargument für Stripe Atlas – die Kombi von Unternehmen und Konto – weg. Zwar ist die Remote-Eröffnung noch hinlänglich interessant, allerdings ist ein Besuch der USA zur persönlichen Konten-Eröffnung für die wenigsten ein Beinbruch. Sinn macht dies allenfalls für arme Unternehmer in Drittweltländern, die nicht die finanziellen Mittel oder Reisefreiheit für einen Besuch der USA aufbringen können.

Versteuern tut man seine Umsätze jedoch auf jeden Fall in den USA. Unter der Annahme des Firmensitzes in Delaware fallen dabei nur die US-Steuern auf Bundesebene an. Delaware selbst erhebt wie erwähnt nur Körperschaftssteuern auf innerhalb Delaware erwirtschaftete Gewinne. Genauere Regelungen zur Besteuerung hängen von der Klassifizierung des Unternehmens vonseiten der Steuerbehörden ab (S- oder C-Corp), auf die ich hier nicht näher eingehen werde.

Die Bundes-Körperschaftssteuern für die USA reichen dabei zwischen 15 bis 39%. Mit nur 15 Prozent Besteuerung bis Umsätze von 50.000$ hält sich dies gerade für kleinere Projekte jedoch durchaus in Grenzen und kann es zu einer interessanten Alternative machen, wenn ein ordentliches Geschäftskonto samt Zahlungsabwicklung nötig wird.

Auch bieten sich interessante Steuergestaltungsmöglichkeiten über Doppelstrukturen in anderen Ländern. Da die USA kein Niedrigsteuerland sind, kann eine US-Corporation problemlos aus den meisten anderen Ländern geführt werden. Selbst wenn Außensteuergesetze – wie etwa in Deutschland vorliegen, werden Gewinne in den USA versteuert, sofern dort eine aktive Betriebsstätte vorhanden sind. Über Gewinnabführungsverträge mit Unternehmen in Drittländern – etwa einer schottischen LLP – lässt sich sogar ein Großteil des Gewinns vor Steuern steuerfrei vereinnahmen. Zu achten ist dabei aber unbedingt auf die massiven Quellensteuern von 30% auf Dividenden-Ausschüttungen von US-Unternehmen. Auf ein entsprechendes Doppelbesteuerungsabkommen zur Verringerung der Quellensteuer sollte dabei deshalb unbedingt geachtet werden. Mehr zu den Steuergestaltungsmöglichkeiten mit US-Corporations – die selbst mit dauerhaftem deutschen Wohnsitz interessant sind – bald in einem separaten Beitrag. Diese sind jedoch sehr komplex und machen erst ab Gewinnen von etwa 150.000€ jährlich wirklich Sinn.

Da US-Unternehmen weltweit einen guten Ruf besitzen, ist die Rechnungslegung selten ein Problem.

 

Somit ist eine C-Corporation in Delaware über Stripe Atlas tatsächlich eine gute Lösung für Technologie-Startups aus dem Ausland, die sich bei entsprechendem Erfolg einen Börsengang vorstellen können. Für alle anderen gibt es jedoch bessere Alternativen.

 

Denn gerade Internet-Start-Ups müssen aufpassen, dass sie von den Steuern in den USA nicht geblendet werden. Gelten in Ländern Außensteuergesetze für aktive Unternehmen – sprich Deutschland – so muss in den USA auch eine aktive Betriebsstätte vorliegen. Ist dies nicht der Fall – was typisch für die meisten Online-Unternehmen ist – so bleibt das Besteuerungsrecht Deutschlands bestehen und die Steuervorteile im Vergleich zu deutschen Kapitalgesellschaften fallen weg. Durchaus interessant ist die US-C-Corp jedoch bei österreischischen Wohnsitz, wenn der amerikanische Markt bedient wird (wirtschaftliche Interessen). Auch Schweizer Start-Ups könnten unproblematisch eine C-Corp in Delaware gründen und operieren.

 

Welcher Aufwand wäre es Stripe Atlas zu simulieren?>

Nachdem die groben Merkmale von einer C-Corporation Delaware und ihre Vor- und Nachteile nun klar sein sollten, geht es darum den Mehrwert einer Gründung über Stripe Atlas zu evaluieren.

 

Kann das Programm Zeit, Nerven und vor allem Kosten sparen?

 

Festgestellt haben wir bereits, dass es für kleinere Online-Unternehmer entweder mit einer LLC in etwa Wyoming oder anderen Ländern bessere Alternativen gibt. Doch was käme auf einem Unternehmer zu, wenn er sich um die Gründung in Delaware und die Eröffnung eines Kontos selbst kümmern würde?

Stripe Atlas bietet ein Gesamtpaket von 500$ für die Gründung an. Unter Berücksichtigung des remote eröffneten Kontos ist das ein fairer Preis. Schließlich würden sich allein Flug und Aufenthalt in den USA für die meisten Gründer deutlich höher summieren.

Die Gründung einer C-Corporation allein ist hingegen genau so unproblematisch. Ob man lokale Agenturen oder die überteuerten Offshore-Agenturen beauftragt – die Gründung einer C-Corp ist schnell und unbürokratisch. Wer dafür 1500$ wie bei vielen Offshore-Agenturen zahlt, ist selbst Schuld. Lokale Agenturen verlangen für eine Delaware-Inkorporation nicht mehr als 250$ und für jährliche Verwaltung nicht mehr als 50$. Die Gründung erfolgt dabei online in weniger als 3 Minuten. Angeben muss man neben Rechtsform und den eigenen Kontaktdaten lediglich noch den Unternehmensnamen. Bestellt und bezahlt wird die C-Corp innerhalb von 2-3 Tagen gegründet.

Im Vergleich zu Stripe Atlas, zu dessen Programm man sich selbst erst noch bewerben muss, kann so eine C-Corp deutlich schneller gegründet werden. Hält man sich ohnehin aus touristischen oder geschäftlichen Anlass einmal in den Vereinigten Staaten auf, so können sogar die Kosten von 500$ für Stripe Atlas auf mehr als die Hälfte verringert werden. Denn die persönliche Konten-Eröffnung und Einrichten eines Stripe oder Paypal-Accounts sind in den wenigsten Fällen mit Zusatzkosten verbunden.

 

Böse gesagt verdoppelt die Stripe-Komplettlösung also die Kosten, verringert die Flexibilität und verursacht einen erheblichen Mehraufwand. Lediglich für Personen, die partout nicht in die USA reisen wollen oder können, würde das Stripe Atlas-Programm also Sinn machen.

 

Damit verbunden ist nämlich auch zwingend ein Konto der Silicon Valley Bank. Während dies eine großartige Bank für entsprechende Technologie-Unternehmen ist, sind für Zwecke der meisten Online-Unternehmer und Affiliate-Marketer amerikanische Großbanken wie Bank of America, Chase oder Wells Fargo wohl geeigneter und langfristiger auch günstiger.

Stripe Atlas bleibt im Grundsatz eine tolle Idee. Schließlich wird dadurch auch die Idee verbreitet, dass man gerade als Online-Unternehmen geografisch nicht auf sein Heimatland fixiert sein muss. Das wiederum kann falsche Hoffnungen wecken, wenn man in Ländern mit Außensteuergesetzen lebt.

Um jedoch wirklich interessant zu werden, muss Stripe Atlas – wie anscheinend geplant – auf mehr Länder und Rechtsformen ausgeweitet werden. Gäbe es etwa die Möglichkeit einer Delaware LLC – oder noch besser Wyoming LLC – mit garantiertem US-Konto, so würde dies den Nutzen von Stripe Atlas vervielfachen, weil Geschäftskonten für Non-Resident-US-LLCs kaum zu bekommen sind.

 

In anderen Ländern müsste Stripe Atlas zudem hinbekommen, was ihnen mit der C-Corporation in Delaware im Vergleich zur Selbstgründung nicht gelingt. Die Kosten drücken, den Gründungsaufwand senken und die Flexibilität steigern.

 

Sehr interessant wäre sicher Stripe Atlas in Verbindung mit der estonischen E-Residency. Estonische Limiteds sind eine exzellente Möglichkeit als reputables europäisches Unternehmen und gehen mit sehr interessanten steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten auch oder gerade für Selbstständige und Online-Unternehmer einher. Eine Gesetzesänderung vor wenigen Wochen machte ein estonisches Unternehmen dabei sogar noch interessanter. Mehr dazu werde ich in einem meiner nächsten Beiträge verraten. Oder Dir persönlich bei einem Beratungsgespräch erzählen!

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