Auslandskonto? So klappt die erfolgreiche Eröffnung…

Egal für welche Offshore-Bank Du Dich entscheidest, bei jeder musst Du ein Auslandskonto erst eröffnen.

 

Staatenlos hat Dir bereits einige Banken vorgestellt – aber was kommt eigentlich wirklich auf Dich zu?

 

Grundlagen der Eröffnung eines Auslandskonto

Grundsätzlich ist ein Auslandskonto nichts anderes als ein Konto in einer Jurisdiktion, die sich von Deinem Wohnsitz oder von Deiner Staatsbürgerschaft unterscheidet. Als Auslandskonto könnte man synonym auch von Offshore-Konto sprechen. Allerdings werden Konten in Nachbarländern oft nicht als Auslandskonto gewertet. Hast Du als Österreicher in Deutschland ein Konto, gilt dies gemeinhin kaum als Offshore-Konto.

Denn damit ein Konto „offshore“ wird, braucht es einen zusätzlichen Aspekt. Dieser kann z.B. ein stärkeres Bankgeheimnis, weniger Besteuerung oder besserer Vermögensschutz sein.

 

Vermittler oder kein Vermittler?

In der Offshore-Welt muss man nicht alles allein machen. Möchtest Du Dir Zeit und Nerven sparen, so kannst Du besonders für Geschäftskonten auf die Dienste von Vermittlern setzen. Diese haben Kontakte mit Offshore-Banken, an die sie Dich für eine kleine Gebühr verweisen. Diese liegt je nach Bank meist zwischen 400€ bis 1200€. Auch Staatenlos kann bei der Vermittlung von Geschäftskonten in verschiedenen Ländern helfen.

Vermittler können viele Personen sein, vor allem lokale Rechtsanwälte, Steuerberater und andere Finanzdienstleister. Besonders Offshore-Agenturen, die die Gründung und Verwaltung von Offshore-Unternehmen übernehmen, bestehen oft hartnäckig darauf ihren Kunden auch die Offshore-Bank zu vermitteln. Oft ist die Auswahl dabei aber sehr limitiert.

Überhaupt ist es fraglich, ob Du fremde Hilfe bei der Eröffnung eines Auslandskonto brauchst. Denn auch Vermittler können Dir eine Eröffnung keinesfalls garantieren. Im schlechtesten Fall – etwa mittlerweile in Hong-Kong – zahlst Du hohe Gebühren und stehst dann ohne Konto da.

Allerdings kann ein Vermittler den Prozess angenehmer gestalten, weil er Dich bei allen Fragen beraten und die nötigen Dokumente vorbereiten kann. Außerdem ist bei langjährigen Partnerschaften von Agenturen mit Banken sicherlich ein Bonus für Dich als Klient mit im Spiel.

 

Fast keine Bank erfordert zwingend einen Vermittler, aber sie können notwendige Überzeugungsarbeit leisten. Insbesondere wenn Du für ein kleineres oder sehr riskantes Offshore-Unternehmen eine Bank suchst, kann sich solch ein Vermittler auszahlen.

 

Wie bereits erwähnt sind die Kontakte fast jeder Agentur limitiert. Sehr wahrscheinlich ist die Dir vorgeschlagene Bank nur bedingt geeignet für Deine Zwecke. Allenfalls große Dienstleister sind vielleicht bereit für zusätzliche Zahlung bei anderen Banken Deiner Wahl anzufragen. Dies hat vor allem Aussicht auf Erfolg, wenn diese Agentur eine physische Zweigniederlassung in der entsprechenden Jurisdiktion hat.

Ob Du es alleine tun kannst, hängt letztlich ganz von Deinem Auftreten ab. Wenn Du der Bank nicht attraktiv genug bist, wird sie für Dich auch kein Auslandskonto eröffnen. Wichtig ist es also sich transparent zu zeigen, professionell aufzutreten und bei Unternehmen einen Business-Plan mit Umsatz-Erwartungen vorzeigen zu können.

 

Genauso spielt das Geld eine entscheidende Rolle: Du musst die erwartete Mindesteinlage aufbringen können oder einen entsprechenden jährlichen Umsatz tätigen, der den Erwartungen der Bank entspricht.

 

Die Bewerbung ausfüllen

Ob Du Dich für einen Vermittler entscheidest oder nicht, die wichtigen Informationen für die Bewerbungs-Formulare musst Du selbst liefern. Dass Agenturen nur noch Deine Unterschrift benötigen zeugt von Exzellenz, ist aber relativ selten zu erwarten.

Bei der Bewerbung ist es völlig legitim die Bank nach Hilfe zu fragen. Nicht jedes Feld ist sofort klar oder bedarf zusätzlicher Erläuterung. Am besten rufst Du die Bank dabei an, weil dies generell einen besseren und transparenteren Eindruck macht als Mail-Verkehr.

Wenn eine Konten-Eröffnung scheitert, so liegt es in der Regel an unvollständigen Angaben oder fehlenden Dokumenten. Da durch verstärkte Regulierung und Informationsaustausch immer mehr nachgefragt wird, kann dies ein echtes Problem darstellen.

 

Gerade als Wohnsitzloser muss man dabei einige Herausforderungen überwinden. Insbesondere wenn es um die Beglaubigung von Dokumenten geht, stellen sich viele Fragen.

 

Beglaubigung, Notarisation und Apostillen

Banken sind gesetzlich verpflichtet die Identitäten der Unterschreibenden und Wirtschaftlich Berechtigten eines Auslandskonto zu kennen. Das heißt, dass Banken grundsätzlich nur die folgenden Informationen benötigen, die sich von denen anderer Online-Formulare wenig unterscheiden:

  • Vor- und Nachname
  • Staatsbürgerschaft
  • Geburtsdatum
  • Adresse
  • Email
  • Telefon

Es ist zu erwarten, dass dank verschärfter Regulierung bald auch Steuernummern und ähnliches verpflichtend werden.

Allerdings kann eine fehlende Validierung der Identitäten schwere Konsequenzen nach sich ziehen, weshalb Banken zusätzliche Dokumente haben wollen. Diese werden im Folgenden separat für Privat- und Geschäftskonten aufgelistet.

 

Da es einfach ist Dokumente zu fälschen, bestehen fast alle Banken auf beglaubigte Kopien. Generell kann man dabei 3 Stufen einer Beglaubigung unterscheiden.

 

Beglaubigung

Die grundlegende Stufe ist die Beglaubigung einer Kopie des Original-Dokuments. Jemand schreibt beispielsweise auf eine Kopie eines Reisepasses, dass sie die Echtheit dieses Dokumentes zertifizieren können, weil sie es selbst gesehen haben. Theoretisch könnte dies jeder außer dem Passbesitzer machen, praktisch ist es auf Rechtsanwälte, Buchhalter und andere rechtliche und finanzielle Fachkräfte beschränkt. Auch Manager größerer Unternehmen werden in der Regel anerkannt.


Notarisation

Die zweite Stufe der Beglaubigung wäre eine Notarisation. Notare sind von der lokalen Regierung dazu lizensiert Dokumente zu beglaubigen. In vielen Common Law-Länden gibt es zudem öffentliche Notare, die jedoch beschränkte Macht haben. Von diesen verweigern Banken oft eine Beglaubigung. Ein Gang zum privaten Notar ist also unerlässlich.

 

Apostillierung

Letztlich gibt es das Konzept der Apostille. Die Apostille wurde unter einer weltweiten Konvention geschaffen um die lästige Legalisation von Dokumenten überflüssig zu machen. Apostillen gelten mittlerweile in 105 Jurisdiktionen, was Legalisationen noch nicht völlig ausgelöscht hat. Dieses würde bedeuten, dass man seine Dokumente nur bei der Botschaft eines entsprechenden Landes beglaubigen kann. Dies spielt für Offshore-Banking in der Regel keine Rolle, ist aber oft ein nötiger Prozess beim Erwerb einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung in einem anderen Land. Falls Apostillen nicht mögich sind, reicht den meisten Banken dann eine Notarisation aus.

Apostillen bedeuten letztlich, dass die Legalisation von Botschaftern auf Notare eines Landes übertragen wird. Zum Beweis können Notare auf die beglaubigten Dokumente eine Apostille setzen. Dies ist eine Sicherstellung der Regierung, die die Apostillen-Konvention unterzeichnet hat, dass der Beglaubiger entsprechend lizenziert ist.

 

Eröffnung von Privat-Konten


Pass/Ausweis

Das wirklich einzige Dokument, auf das alle Banken für ein Auslandskonto ausnahmslos bestehen, ist ein Dokument zur Überprüfung der Identität. Das ist in der Regel der Reisepass, kann je nach Bank-Regeln aber auch ein Personalausweis oder Führerschein sein. Insbesondere in der britisch-geprägten Welt reicht letzterer meist aus.

 

Nachweis einer Adresse

In vielen Fällen wird jedoch auch ein Nachweis einer Adresse verlangt. Insbesondere bei Eröffnungen aus der Ferne kommt man dabei kaum herum. Dies bedeutet je nach Bank eine Haushaltsrechnung (Strom, Wasser, Telefon). Konto-Auszüge oder Kreditkarten-Rechnungen, aus denen Name und Anschrift einer Person klar hervorgehen. Der Bank ist die Melde-Adresse dabei egal. Es geht rein um die Identifikation Deiner Person und Verringerung des Risikos, das Du kriminelle Aktivitäten verfolgst.

Wer ein nomadisches Leben führt, kann dabei Probleme haben. Bereits vorhandene Konten und Kreditkarten können dort manchmal als Ersatz Abhilfe schaffen, führen aber zu Problemen wenn die Heimatadresse angegeben ist. Somit würden im Automatischen Informationsaustausch etwa Kontendaten an das Heimatland weiter gereicht werden, das sich fragt, warum eine Adresse dort angegeben ist, während die Person eigentlich als abgemeldet gilt. Gerade in Deutschland, das Scheinabmeldungen stark bekämpft, ist dies nicht sonderlich ratsam.

In anderen Ländern hat man hingegen weniger Probleme. Nicht nur Wohnsitzlose, sondern auch andere können auf die Idee kommen, sich vorübergehend eine Mietwohnung in einem anderen Land zu nehmen, mit der sie die nötigen Haushaltsrechnungen erlangen können. Dass es mit etwas krimineller Energie im Photoshop-Zeitalter auch andere Wege gibt, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.

 

Positiver Nebeneffekt ist, dass der Informationsaustausch plötzlich ins Leere läuft.

 

Allerdings muss die Adresse in dem anderen Land solange bestehen wie Karten und andere nötige Dokumente verschickt werden. Auch bei Kartenverlust oder -erneuerung kann es Probleme geben. Ein Ausweg wäre es, sich Dokumente und Karten bei einer Bankfiliale direkt abzuholen.

 

Referenzen

Hin und wieder fragen Banken nach zusätzlichen Referenzen. Meist geht es dabei einfach um eine Referenz einer lokalen Bank, mit der Du schon länger ein Konto besitzst. Die meisten Banken stellen diese problemlos aus, wobei oft nur Bankdirektoren verstehen, was damit gemeint ist. Auch muss man etwa mit 10€ bis 100€ je nach Bank für eine solche Referenz rechnen.

Manchmal ist statdessen oder zusätzlich auch eine professionelle Referenz erforderlich. Diese sollten von Steuerberatern, Rechtsanwälten, Doktoren oder anderen Personen kommen, die einen reputablen und regulierten Beruf ausüben. Die Beziehung zu diesen sollte bereits mehrere Jahre umfassen. Weil oft nicht einfach zu erlangen, verzichten viele Banken aber auf diese zusätzliche Referenz, sofern die restliche Bewerbung gut ausschaut.

 

Geschäftskonten

Generell gilt für Geschäftskonten das Gleiche wie für Privat-Konten. Jeder Gesellschafter und Direktor muss die gleichen Dokumente vorweisen wie bei der Eröffnung eines Privat-Kontos. Wenn Nominees benutzt werden, braucht die Bank auch ihre Dokumente.

Zusätzlich erfordern Geschäftskonten aber einige andere Dokumente, die hier wegen besserer Erkennbarkeit bei der Gründung von Offshore-Unteernehmen und schlechter Übersetzbarkeit in Englisch angegeben sind. Diese sind meist:

  • Articles of Incorporation/Assocation/Organisation (grundlegende Regeln der Gesellschaft)
  • Memorandum of Association, sofern vorhanden (Funktion der Gesellschaft)
  • Certificate of Incorporation (Nachweis, dass die Gesellschaft registriert ist)
  • Certificate of Good Standing (Nachweis für eine ältere Gesellschaft, dass sie immer noch registriert ist. Wo
  • Unternehmensregister öffentlich sind, meist nicht nötig.)
  • Certificate of Incumbency (Liste der zeichnungsberechtigten Offiziellen einer Gesellschaft)
    angemessener Business-Plan

 

Nicht alle Banken erfordern alle dieser Dokumente, doch gerade bei besseren Banken sollte man dies erwarten. Außer dem Business-Plan müssen dabei auch alle Dokumente beglaubigt werden. Falls Du einen Vermittler in Anspruch nimmst, kümmert sich dieser darum meist.


Andere Entitäten

Für Trusts und Stiftungen sind die Anforderungen mit denen eines Geschäftskontos vergleichbar. Je nach Deiner Rolle in der Entität können sie aber auch nur denen eines privaten Kontos ähneln. Der Treuhänder oder Stiftungs-Direktor kümmert sich um den Rest.

 

Bewerbung verschicken

Wenn alle Bewerbungsforumulare korrekt ausgefüllt und alle Dokumente beisammen sind, kann man die Bewerbung verschicken. Dieses sollte meist per Kurier erfolgen, der Deine wichtigen Unterlagen sicher an die Bank oder den Vermittler liefert.

 

Ein Verlustrisiko solltest Du auf alle Fälle vermeiden, weil Du sonst die ganze Arbeit nochmals von Neuem beginnen kannst.

 

Wie lange man von der Bewerbung bis zur Akzeptanz braucht, ist sehr unterschiedlich. Manchmal sind es nur ein paar Tage, manchmal gar mehrere Wochen. Sofern die Bank jedoch mit Deiner Bewerbung zufrieden ist, wird sie Dir rasch Dein Auslandskonto eröffnen.

Dann musst Du nur noch Dein Geld überweisen und kannst fortan ruhig schlafen. Weil Dein Geld Dir gehört.

Mehr Infos über Offshore-Banking und ein ausführlicher Vergleich von Auslandskonten findest Du in meinem Buch: „Weil Dein Geld Dir gehört: mit Offshore-Banking sicher durch die Krise“.

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